Raumordnung & Städtebau

Die Gemeinde St. Vith ist eine sogenannte dezentralisierte Gemeinde und verfügt daher über ihre eigene Bauordnung. 

Die ursprüngliche Idee, dass die Gemeinde daher eine größere Entscheidungsbefugnis bei der Erteilung der Baugenehmigungen hat erweist sich immer mehr als unwahr. Keine Bauordnung der Welt sieht alle architektonischen Möglichkeiten vor, die sich außerdem im Laufe der Jahrzehnte ändern. Zu oft verweist die Städtebaubehörde eben auf diese Bauordnung und engt daher den Handlungsspielraum für den Bauherrn und seinen Architekten massiv ein.

Die Umwandlung und Anpassung des Sektorenplanes erweisen sich als zu langwierig und zu komplex. Als abschreckendes Beispiel mag der Raumordnungsplan des Freizeitgebietes Wiesenbach wohl gelten, mit dem die Gemeinde seit mehr als zehn Jahren „unterwegs“ ist.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat mit der Wallonischen Region über die Kompetenzübernahme verhandelt.

Das kommende Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird alsdann über eine neue Raumordnungs- und Städtebaugesetzgebung diskutieren. Bisher intervenieren sowohl die Gemeinden als auch die regionale Behörde im Genehmigungsverfahren.  Wir werden uns dafür stark machen, dass hier klare Trennlinien gezogen werden.  Ob die St. Vither Bauordnung weiterhin noch Bestand hat, wird sich dann ergeben.

Wir sind der Ansicht, dass gemäß dem Subsidiaritätsprinzip die Gemeindeverantwortlichen, die in einer demokratischen Wahl bezeichnet wurden, wohl am besten die lokalen Bedürfnisse in ihrer Gemeinde kennen und daher am ehesten in der Lage sind, um über die Zweckbestimmung einer Zone oder eines Gebäudes zu bestimmen.  Ein „Diktat“ aus übergeordneter Stelle erscheint uns nicht als opportun.

Das Territorium einer Gemeinde stellt immer wieder Anforderungen an das Zusammenleben der verschiedenen Akteure und deren Aktivitäten auf dem Gebiet der Gemeinde, an diejenigen, die dort leben, dort arbeiten und sich weiterentwickeln.  Die Gemeinde ist Hauptakteur ihrer Entwicklung und soll daher ein hohes Maß an Entscheidungsbefugnis haben.  Es wird allgemein beklagt, dass viele Häuser in den Dorfzentren leer stehen (was in unserer Gemeinde eher nicht der Fall ist) und die Ortschaften sich eher an ihren Rändern entwickeln.  Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, werden wir uns dafür einsetzen, dass in den Dorfzentren eine Bebauung in zweiter Reihe möglich ist, und diese daher verdichtet werden, was sich positiv auf die Kosten der Infrastrukturen auswirken wird.

Es wird immer öfter auf fehlenden Baugrund hingewiesen. Anderseits können ehemalige Bauerngehöfte in Randlage außerhalb der gewöhnlichen Bauzonen nicht zu Wohnappartements umgebaut werden.  Auch hier möchten wir uns für ein Umdenken starkmachen.

Schließlich sprechen wir uns für die Beibehaltung einer Raumordnungskommission auf Ebene der Gemeinde aus.  Auch wenn diese kein bindendes Gutachten abgibt, so werden wir uns nicht ohne weiteres darüber hinwegsetzen.

Der ländliche Raum steht vor einem großen Wandel. Unsere Dörfer waren durch die Landwirtschaft geprägt. Heute gibt es kaum noch Landwirte in den Dörfern, was sich natürlich auf die Architektur der Häuser auswirkt.  Wir gewähren den Architekten eine gewisse Freizügigkeit in ihrer Schaffenskraft, der nur Grenzen durch eine eventuelle Beeinträchtigung der Nachbarschaft gesetzt werden.

Sie haben Fragen zu unseren Kandidaten oder zum Programm? Kontaktieren Sie uns unverbindlich!